Veteranenabzeichen heiß begehrt: Antragsbearbeitung wird beschleunigt

Autor: Oberst Dr. Norbert Staudacher

Nach langjährigen, intensiven und teilweise kontrovers geführten Diskussionen wurde der Veteranen­begriff mit Tagesbefehl der ehemaligen Bundesministerin der Verteidigung, Dr. Ursula von der Leyen, vom 23. November 2018 so definiert:

„Veteranin oder Veteran der Bundeswehr ist, wer als Soldatin oder Soldat im aktiven Dienst steht oder aus dem Dienstverhältnis ehrenhaft ausgeschieden ist, also den Dienstgrad nicht verloren hat.“

Zum jetzigen Zeitpunkt erfüllen grundsätzlich etwa 10 Millionen Personen die Kriterien, um das Vete­ranenabzeichen zu beantragen. Für ehemalige Soldatinnen und Soldaten erfolgt die Vergabe des Ve­teranenabzeichens über einen Antrag. Diesem muss eine Selbsterklärung der Beantragenden beigefügt werden, dass sie oder er nicht unehrenhaft aus der Bundeswehr entlassen wurde. Aktive Soldatinnen und Soldaten nutzen ein vergleichbares Antragsformular ohne eine Selbsterklärung. Hier wird eine Un­terschrift der oder des Disziplinarvorgesetzten beigefügt, um Bedenken, die gegen eine Aushändigung sprechen könnten, auszuschließen.

Sichtbares äußeres Zeichen dafür stellt das Veteranenabzeichen dar, dessen Vergabe bzw. Aushändi­gung parallel zur Definition des Veteranenbegriffs ebenfalls festgelegt wurde.

Das Veteranenabzeichen stellt weder einen Orden noch ein Ehrenzeichen dar und darf ausschließlich an der Zivilbekleidung getragen werden. Angehörige der ehemaligen NVA, die nicht als Soldatin oder Soldat in der Bundeswehr Dienst geleistet haben, sind nicht antragsberechtigt. Eine Unterscheidung des „Veteranen“ gegenüber einem „Einsatzveteranen“, der oder die in einer besonderen Auslandsver­wendung eingesetzt war, ist nicht vorgesehen. Ebenso wenig sind mit der Aushändigung des Vete­ranenabzeichens materielle Vergünstigungen wie Ermäßigungen, Rabatte oder Freibeträge verbunden.

Für die Vergabe des Veteranenabzeichens an aktive Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sind die Dienststellen/Truppenteile zuständig. Für Reservistinnen und Reservisten ist die Abteilung VI des Bundesamtes für das Personalmanagement (BAPersBw) zuständig.

Entsprechende Anträge sind entweder per eMail an die Adresse „BAPersBwVIVeteranenabzeichen@bundeswehr.org“ oder postalisch an die Anschrift

                BAPersBw

Abteilung VI Veteranenabzeichen

Luisenstr. 109

53721 Siegburg

zu senden.

Weitere Informationen zum Veteranenabzeichen (u.a. auch die Antragsformulare) lassen sich über den nachfolgenden Link abrufen:

https://bit.ly/2X6uuDy

Die Dokumentation der Vergabe wird zentral beim BAPersBw vorgenommen.

Reservistinnen und Reservisten wird das Abzeichen mit einem durch den Leiter der Abteilung VI un­terschriebenen Dankschreiben auf dem Postweg kostenfrei zugestellt, aktiven Soldatinnen und Soldaten wird es durch deren Disziplinarvorgesetzte in würdiger Form ausgehändigt.

Die erstmalige Aushändigung des Veteranenabzeichens erfolgte im Rahmen des „Tag der Bundeswehr“ am 15. Juni 2019 an zwölf Standorten öffentlichkeitswirksam an 66 Aktive und Ehemalige. Seit Mitte Juli 2019 werden die ersten Abzeichen an die jeweiligen Antragstellerinnen und Antragsteller versendet. Die ersten beiden Tranchen an Veteranenabzeichen sind bereits aufgebraucht. Weitere 30.000 Stück wurden nachgefordert, um den Wünschen vieler Veteraninnen und Veteranen nachkom­men zu können.

Die mittlerweile mehr als 30.000 bei der Abteilung VI eingegangenen Anträge werden von einem kleinen Team, bestehend aus sieben Frauen und Männern, bearbeitet. Einige davon wurden speziell für diese Aufgabe temporär aus ihren originären Funktionen herausgelöst. Nur so kann das massive An­tragsvolumen bewältigt werden.

Zu den Aufgaben der Bearbeiterinnen und Bearbeiter gehört auch die Beantwortung einer Vielzahl von Anfragen Interessierter – postalische ebenso wie digital.

Aufgrund des sehr großen Antragseinganges wird die Bearbeitung auch weiterhin einige Zeit in Anspruch nehmen. Auf Basis der bisher gemachten Erfahrungen wurde aber der Bearbeitungsprozess optimiert – zukünftig wird die Bearbeitung dank dessen deutlich zügiger erfolgen können.

Oberst Dr. Norbert Staudacher ist im BAPersBw als stellvertretender Leiter der Abt VI eingesetzt, Hauptmann Ulrich Mallwitz ist dort Sachgebietsleiter und u. a. für das Bearbeitungsteam „Veteranenabzeichen“ zu­ständig.