Reserve: Panzergrenadiere von 909 sind einsatzbereit

Autor:  Stephan Dick

Oberviechtach/Bayern, 18.11.2016. Reservisten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 909 haben kürzlich in Oberviechtach ihre Fähigkeiten trainiert. Und das bereits zum dritten Mal an diesem Standort. Für die 32 Reservedienst Leistenden war das Ausbildungsziel dieser Kurzübung von vorneherein klar: 2017 erreichen die 909er die Ausbildungshöhe „A“!

In den ersten zwei Septemberwochen des kommenden Jahres wird das Bataillon eine Truppenübung des Typs „Alpha“ in der Oberlausitz absolvieren. Dann werden die Reservisten der 909er dort als Kompanie mit Volltruppe – das heißt vom Mannschaftsdienstgrad bis zum Kompaniechef – ihre Wehrübung leisten.

Unter der Leitung von Major Daniel Geipel, dem S3 Stabsoffizier des Panzergrenadierbataillons 909, haben sich die Reservisten nun darauf vorbereitet. Der ehemalige Chef der 4. Kompanie kennt die Grenzlandkaserne noch allzu gut aus seiner aktiven Dienstzeit bei den Oberviechtacher Panzergrenadieren.

 

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Reservisten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 909 überwinden die Hindernisbahn (Quelle Bundeswehr/Daniel Zenz)

 

Das Ziel immer vor Augen

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Major Daniel Geipel, S3 Stabsoffizier vom Panzergrenadierbataillon 909, meldet dem Kommandeur Oberstleutnant Winfried Weber (Quelle: Bundeswehr/Daniel Zenz)

Nach der Anreise der Reservisten aus Sachsen und der Oberpfalz meldete Major Geipel dem Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 909, Oberstleutnant der Reserve Winfried Weber, die Kompanie zur Stelle. Die vorbereitende Ausbildung war gut durchdacht und ausgeplant. Um den Dienst als Reservist so arbeitnehmerfreundlich wie möglich zu gestalten, ohne dabei das Ausbildungsziel aus dem Auge zu verlieren, gliederten sich die Ausbildungsabschnitte im laufenden Ausbildungsjahr in drei Teilmodule. Dafür wurden die Ausbildungseinrichtungen der jeweiligen Couleur-Truppenteile der Kompanien genutzt. Das Modul I hatten die Grenadiere von 909 bereits Anfang Juni am Standort des Patenverbandes der 2./909 – dem Panzergrenadierbataillon 371 in Marienberg – erfolgreich abgeschlossen. Nun galt es, das Modul II ebenso erfolgreich am Standort Oberviechtach durchzuführen. Modul III folgt in Bad Salzungen im Rahmen einer Kompanieübung der 3./909.

 

Einheitliche Ausbildung als Grundlage der Einsatzbereitschaft

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Reservisten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 909 wärmen sich für die Hindernisbahn auf (Quelle: Bundeswehr/Daniel Zenz)

Nachdem Major der Reserve Geipel in die Übung eingewiesen hatte, war nun auch der letzte Soldat auf das gemeinsame Ziel eingeschworen und im Hinblick auf das bevorstehende Wochenende vorbereitet. Bereits die erste Station hatte es in sich: die Hindernisbahn! Unter Anleitung von Hauptfeldwebel Jens Weindinger wärmten sich die Reservisten zunächst auf, um Verletzungen von vorneherein auszuschließen. Kurz danach wurden sie in die einzelnen Hindernisse eingewiesen. Dann ging es zur Sache und die Soldaten kamen ordentlich ins Schwitzen. Mehrfach galt es, die Hindernisse zu überwinden und kleinere Mängel abzustellen. Alle Teilnehmer hielten durch und stellten ihre körperliche Belastbarkeit unter Beweis.

Individuelle Grundfertigkeiten auffrischen

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Schulschießen mit dem G36: Hauptfeldwebel Ulf Weise (r.) meldet durch Handzeichen Sicherheit an der Waffe (Quelle: Bundeswehr/Daniel Zenz)

 

Zum Ausklang des Ausbildungstages folgte die Einweisung am Sturmgewehr G36, um auch bei den Neuzugängen des Bataillons einen einheitlichen Ausbildungsstand sicherzustellen. Das war von Vorteil, denn am nächsten Tag ging es auf die Standortschießanlage. Ziel war es, die individuellen Grundfertigkeiten wieder aufzufrischen beziehungsweise zu erhalten. Doch dank regelmäßig geleisteter Übungen bestanden alle Soldaten auf Anhieb das Schulschießen.

Nachdem die Waffen gereinigt und abgegeben wurden, folgte ein Leistungsmarsch über zwölf Kilometer. Die Oberpfalz zeigte sich wahrlich von ihrer schönsten Seite – und bei bestem Wetter genossen die 909er diesen Ausbildungsabschnitt sichtlich. Da war es auch nicht verwunderlich, dass alle rechtzeitig das Ziel erreichten. Abschließend ließen die Grenadiere den Abend beim gemütlichen Grillen ausklingen. Oberstabsfeldwebel Harald Hasenbank, Spieß der 4. Kompanie des Bataillons, und Stabsfeldwebel Franz Wahner, Spieß der 2. Kompanie, sorgten hierbei für das leibliche Wohl.

Insgesamt war die dritte Kurzübung in Oberviechtach ein voller Erfolg. Dies bestätigt auch Leutnant der Reserve Florian Lindner: Er selbst finde die Wochenendübungen überaus attraktiv. „Mit den Ausbildungsmodulen an den Wochenenden habe ich nur geringe Ausfallzeiten am Arbeitsplatz. Dadurch fehle ich weniger im Beruf und kann mich zugleich in der Reserve einbringen.“

Möglichkeiten für Reservisten

Die 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 909 bietet ausgebildeten Panzergrenadieren – insbesondere aus der Region Oberpfalz – ein umfangreiches Angebot an verschiedenen Einplanungsmöglichkeiten. Durch die gelebte Patenschaft mit einem aktiven Verband können Soldaten ihren Reservedienst sowohl im Jahresausbildungsprogramm des Panzergrenadierbataillons 909 als auch im Patenverband der 4./909 – dem Panzergrenadierbataillon 122 in Oberviechtach – ableisten.

Das Panzergrenadierbataillon 909 bietet ein arbeitnehmeroptimiertes Ausbildungsprogramm an, an dem Reservisten – circa 15 Tagen freigestellt vom Arbeitgeber – an allen Ausbildungsvorhaben teilhaben können. Beim Panzergrenadierbataillon 122 können Reservisten sogar für längere Zeit ihren Dienst leisten. Je nach Bedarf ist eine Verwendung von mehreren Wochen bis Monaten möglich. Neben der Teilnahme an Ausbildungen, Übungen und der Wahrnehmung von Vertretungen sind dabei mitunter auch Auslandsverwendungen möglich. So haben jüngst im Rahmen einer Ausbildung zwei Reservisten der 909er in der Mongolei die Aufgaben eines Kompaniefeldwebels und eines Schirrmeisters wahrgenommen und damit das Panzergrenadierbataillon 122 unterstützt. Es zeigt sich also, eine gut ausgebildete und verlässliche Reserve wird auch weiterhin für ein interessantes und abwechslungsreiches Aufgabenspektrum in der aktiven Truppe benötigt und mit Erfolg eingesetzt.

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