Neues zur Einführung des SPz Puma

SPz Puma auf dem Weg in die Truppe - ein Überblick  zum Programmverlauf

Ein Gastbeitrag der Projekt System & Management GmbH (PSM) der auch im InfoBrief  Heer · Ausgabe 3 · Mai 2013 erschienen ist.

Der  Schützenpanzer  (SPz) Puma  hat bereits ein umfangreiches Nachweisprogramm absolviert. Zahlreiche Einzelnachweise wurden zumeist an den Wehrtechnischen Dienststellen (WTD) unter anderem in folgenden Bereichen durchgeführt:

• Fahrverhalten,    Leistungsvermögen, Straßenverkehrstauglichkeit, ABC-Anlage, Tiefwaten  und  Ergonomie  bei  der WTD 41 in Trier,

• Elektromagnetische    Verträglichkeit, Softwaresicherheit,  IT-Sicherheit und Feuerleiteinrichtungen bei der WTD 81 in Greding,

• Turm-  und  Waffenfunktionen, Schießen im Stand und aus der Fahrt, Funktionalität und Qualifikation Multifunktionales Selbstschutzsystem, Qualifikation der Schutzanteile bei der WTD 91 in Meppen,

• die   ABC-Anlage,  Brandmelde-   und Unterdrückungsanlage beim Wehrwissenschaftlichen Institut für Schutztechnologien (WIS) in Meppen und

•  Klimauntersuchungen in der Temperier-Versuchsanlage in Unterlüß.

Weitere Aktivitäten der integrierten Nachweisführung und Systemqualifikation dauern für einzelne restliche Umfänge noch bis Herbst diesen Jahres an. Parallel dazu hat der SPz Puma Anfang 2012 die ca. dreimonatige Wintererprobung nördlich des Polarkreises in Norwegen mit zwei Fahrzeugen absolviert, die neben der 2013 stattfindenden Sommererprobung die Eignung in verschiedenen Klimazonen nachweist.

SPz PUMA Wintererprobung

Da bereits viele Nachweispunkte  erfolgreich  absolviert  wurden,  konnte  durch das Bundesamt für  Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) die Feststellung der Sicheren Inbetriebnahme (FSI) mit Auflagen als Voraussetzung für die Einsatzprüfung erteilt  werden.

Die  wesentlichen  Programmpunkte  im Jahr 2013 sind:

• Einsatzprüfung in den Bereichen Logistik und Taktik im II./III. Quartal,

• Sommererprobung   in  den  Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) im III./IV. Quartal und

• Einholen der Genehmigung  zur Nutzung (GeNu), die auf Basis der Ergebnisse aller oben genannten  Aktivitäten zu Erteilen durch das BAAINBw – für Ende 2013  vorgesehen  -  als Voraussetzung zur Nutzung durch die Panzergrenadier-truppe ist.

Einsatzprüfung Logistik

Nach einer  mehrwöchigen   Ausbildung des Instandsetzungspersonals der Technischen Schule des Heeres für Landsysteme und  Fachschule des Heeres für  Technik (TSL/FSHT) durch die Industrie wird der logistische Anteil der Einsatzprüfung seit Anfang  Mai 2013 in Aachen durchgeführt.  Bis in den September 2013 wird hier untersucht, wie der SPz Puma durch die Truppe instandgesetzt werden soll. Wesentliche Punkte des Erprobungsprogramms sind:

• Gesamtbetrachtung   (theoretisch   und praktisch) der – in der Interaktiven Elektronischen  Technischen Dokumentation (IETD) beschriebenen  Instandsetzungstätigkeiten sowie Überprüfung des Sonderwerkzeuges mit  der Mess- und Prüfgeräteausstattung,

Austausch einzelner Baugruppen aus dem Turm anhand der auf dem Laptop verfüg- baren IETD

Austausch einzelner Baugruppen aus dem Turm anhand der auf dem Laptop verfüg- baren IETD

• Bewertung     der    Austauschbarkeit von Anlagen, Baugruppen und Unterbaugruppen   (z.B. Laufwerk,  Triebwerk, Kraftstoffversorgunganlage, Schutzkomponenten, Haupt- und Sekundärbewaffnung) und

• Bewerten  und  Beurteilen  der  Arbeiten zur vorbeugenden Materialerhaltung (Durchsichten, Fristenarbeiten) einschließlich der Bewertung  und Beurteilung der Einstell- und Prüfarbeiten.

Die TSL/FSHT wird dabei durch Industriepersonal vor Ort unterstützt. Notwendige Restumfänge (z.B. Integriertes  Prüfsystem) werden im Jahr 2014 finalisiert.

Einsatzprüfung Taktik

Der taktische Teil der Einsatzprüfung wird durch Soldaten der Panzertruppenschule des Ausbildungszentrums Munster mit Unterstützung des Panzergrenadierlehrbataillons 92 seit Mitte Mai durchgeführt. Auch hier fand im Vorfeld eine Ausbildung durch die Industrie statt, da die Panzergrenadiere  ihr  neues Waffensystem  selbständig und unabhängig  auf die taktische Eignung testen und bewerten müssen. Bis Ende Juli kommt hier sowohl ein Einzelfahrzeug, als auch ein Panzergrenadierzug (vier SPz) zum Einsatz.

Die wesentlichen Programmpunkte sind:

• Führung des Gesamtsystems auf- und abgesessen, dabei u.a. Bewegung und Feuerkampf, u.a. im scharfen Schuss, Verhalten im Steilfeuer, Duellsituation, Zusammenwirken auf- und abgesessener Teile, Bewegungen des Panzer-grenadierzuges auf dem Gefechtsfeld,

•  Geländefahrten bei Tag und Nacht,

• Überprüfung   und   Bewertung   der Funk- und Führungsausstattung,

• Bewerten   der  Sichtmittel   und   des Lukenkonzeptes,

• Überprüfung der  Ausbildungsmittel Schießampel, Ausbildungsmündungsbremse und elektronische Waffeneffektsimulation und

• Durchführen des technischen Dienstes. Zur Unterstützung der Panzergrenadiere bei den notwendigen Wartungsarbeiten  ist über den gesamten Zeitraum der Einsatzprüfung  Industriepersonal vor Ort.

 Sommererprobung

Der SPz Puma hat seine Funktionsfähigkeit auch in heißen Klimazonen über einen  längeren  Zeitraum  unter  Beweis zu stellen. Dazu ist eine Sommererprobung  in den VAE Ende August  beginnend, mit einer mehr als dreimonatigen Dauer vorgesehen. Die Vorbereitungen dazu sind beim dafür  verantwortlichen BAAINBw, den WTDn, den beteiligten Soldaten und der Industrie in vollem Gange.

Die Sommererprobung ist in drei Phasen gegliedert, die je nach Erprobungsschwerpunkt an drei verschiedenen Orten in den VAE stattfinden. Der Schwerpunkt der ersten sechswöchigen Phase liegt  beim  Schießen aus dem Stand und aus der Fahrt unter Führung der Fachleute der WTD 91. Hier werden aber auch parallel die Messungen der Klimatisierung  des Waffensystems und Prüfungen der Sichtsysteme durchgeführt.

In der zweiten  Phase schießen die Panzergrenadiere  für eine Woche mit dem SPz Puma,  dabei steht das taktische Schießen mit der Haupt- und Sekundärbewaffnung im Vordergrund.

In  der  letzten  Phase erfolgen  für  insgesamt sechs Wochen  intensive  Mobilitätsuntersuchungen an zwei weiteren Erprobungsorten auf verschiedenen Untergründen (z.B. Sandwüste, Wadi, befestigte  Straßen) durch die Fachleute der WTD 41.

 Fertigung des SPz Puma

Die Bundeswehr hat bei der Projekt System & Management  GmbH (PSM) insgesamt 350 Schützenpanzer Puma beauftragt.  Die Systemhäuser Krauss-Maffei Wegmann GmbH und Co. KG (KMW) und Rheinmetall   Landsysteme GmbH (RLS), als Mutterhäuser der  PSM, fertigen im Auftrag der PSM jeweils Gesamtsysteme des SPz Puma. Am Standort Kassel wurden beginnend ab 2010 durch die Firmen KMW und RLS insgesamt neun Schützenpanzer  gefertigt, die  für  die integrierte Nachweisführung und Erprobungen sowie  die  Einsatzprüfung  genutzt  wurden und werden. Bis Ende dieses Jahres ist der weitere Serienanlauf zur Auslieferung der Schützenpanzer an die Panzergrenadiertruppe vorgesehen. Ab dem Jahr 2014 läuft  die Produktion der Serie sowohl beim Rheinmetall-Werk in Unterlüß, als auch vom KMW-Werk in Kassel auf insgesamt ca. 50 SPz Puma pro Jahr hoch. Ende der Serienlieferung ist das Jahr 2020.

Vorbereitung der Nutzung

Das nun auch für die Nutzung der Schützenpanzer zuständige BAAINBw bereitet seit einiger Zeit mit Unterstützung der Industrie  die  Nutzungsphase  des Puma vor.  Derzeit  unter  Vertrag  und  bereits teilweise geliefert sind:

• insgesamt  13  verschiedene  Ausbildungsmittel, von der Schießampel bis zum Systemintegrierten  Ausbildungsmittel, bei dem die SPz Puma durch Einrüsten von Zusatzkomponenten  als Simulator  für  die taktische Ausbildung  bis auf Zugebene verwendet werden können,

• die Ersatzteilanfangsversorgung,

• Sonderwerkzeuge, Mess- u. Prüfgeräte,

• die IETD und

• die  Logistische Unterstützung in  den ersten neun Monaten der Nutzung.

Die Abschlüsse der  Instandsetzungsrahmenverträge, sowohl für Werksinstand- setzungen, als auch für die am jeweiligen Standort  des Nutzers sowie der Rahmenvertrag für die Technisch Logistische Betreuung (TLB) sind für das zweite Halbjahr 2013 geplant.

Diese Verträge  sind zwingende  Voraussetzungen, damit die Truppe ab nächstes Jahr den SPz Puma in die Nutzung nehmen kann und die notwendige Unterstützung sichergestellt ist.

Quelle: Dieser Beitrag der Projekt System & Management GmbH (PSM) ist auch im InfoBrief  Heer · Ausgabe 3 · Mai 2013 erschienen