Ein Tag am Ausbildungszentrum Munster mit der Kameradschaft der Grenadiere

Text:    Lt BIRKHOFF / Fotos:  Lt REITSTETTER

Mit dem Rattern des 600 PS starken Motors beginnt die Fahrt. Die Kälte schneidet in die Gesichtszüge und der Geruch von Diesel ist allgegenwärtig. Die Kameradschaft der Grenadiere der Helmut-Schmidt-Universität befindet sich in Stärke von sieben Mann auf dem für sie wichtigsten Gefechtsfahrzeug – dem Schützenpanzer Marder. Bis zur finalen Auslieferung des Schützenpanzers Puma ist er für unsere Truppengattung das Hauptwaffensystem im Kampf.

Auf dem Truppenübungsplatz Bergen konnten wir im Zuge des Schießbetriebs von Kameraden, welche sich im OL3 befanden, mit aufsitzen und die Übung SPz-S-4 aus nächster Nähe erleben. Bei dieser Übung handelt es sich um einen Ausbildungsabschnitt, bei welchem das Zusammenwirken zwischen Kommandant, Richtschützen und Kraftfahrer, also dem Vorderen Kampfraum, abgeprüft wird. Hierzu wird die Besatzung mit verschiedenen Lageentwicklungen konfrontiert, welche es zu meistern gilt. Als Beispiel seien das Auftreffen auf einen feindlichen Panzervernichtungstrupp, der Kampf gegen feindliche Schützenpanzer oder das Duell mit einem Hubschrauber genannt.

 

Die Übung SPz-S-4, Schießen mit dem Marder aus der Bewegung!

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Unter der Führung von Leutnant Reitstetter verlegten wir im frühen Morgen des 23. Januars nach Munster um dort von Oberleutnant Lipski, unserem Verbindungsoffizier am Ausbildungszentrum Munster, empfangen zu werden. Durch das Engagement der genannten Kameraden war es – vor allem für die Offiziere ohne Vordienstzeit – eine beeindruckende und faszinierende Erfahrung, den altgedienten SPz erleben zu dürfen – teilweise zum ersten Mal. Besonders die hohe Manövrierfähigkeit im Gelände und die Kraft der 20mm Bordmaschinenkanone waren für mich, der den Marder bis dato nur von außen erlebt hatte, Elemente, welche zu beeindrucken wussten. Durch die Flexibilität und die kameradschaftliche Kooperation der Lehrgangsteilnehmer und des Stammpersonals war es außerdem möglich, den Marder unter der Anleitung eines erfahrenen Kameraden auch von innen kennen zu lernen.

Noch bevor es allerdings auf den ‚Bock‘ aufzusitzen hieß, bot sich der Kameradschaft der Grenadiere die einzigartige Möglichkeit, den neuen SPz Puma im Ausbildungszentrum Munster in Augenschein zu nehmen, was durch fachkundige Erklärungen seitens des technischen Personals sowohl informativ als auch lebensnah war. Da nicht versucht wurde, den Puma übertrieben anzupreisen, sondern auch kritisch auf eventuelle Nachteile und Schwächen hingewiesen wurde, bot sich uns ein detailliertes Bild. Auffallend dabei waren der der enge hintere Kampfraum, welcher durch seine Schwerpunktsetzung auf den Schutz der Besatzung sowohl die Bewegungsmöglichkeiten der Soldaten selbst als auch den Stauraum für Ausrüstung stark limitierte, sowie die enorme Kampfkraft der 30mm BMK als Hauptwaffe, welche sich nicht nur durch ihre hohe Präzision, sondern auch durch ihre durchschlagende Wirkung im Ziel auszeichnet.

Zusammenfassend stellte der Tag einen vollen Erfolg dar, welcher sich durch die Nähe zu Schule und Gerät stark vom oftmals grauen Universitätsalltag abzugrenzen wusste. Durchführung und Planung waren ohne Fehler und von Sorgfalt geprägt, die anwesenden Offiziere und Offizieranwärter der Kameradschaft der Grenadiere konnten sich somit voll auf die gebotenen Möglichkeiten konzentrieren.