PzGrenBtl 909

 

Standort: Marienberg – Erzgebirge

Kontakt

 

Adresse
Panzergrenadierbataillon 371
Erzgebirgskaserne
Zschopauer Straße 43
09496 Marienberg

 

 

Kommandeur

PzGrenBtl.909 im deutschen Heer

Kdr-PzGrenBtl-909-Weber-140
Oberstleutnant d.R. Winfried Weber

Kommandeur Panzergrenadierbataillon 909

 

 

Geschichte/Einsätze


Das Panzergrenadierbataillon 909 (ErgTrT Typ 2) wurde 2008 aufgestellt. Als Couleurverband diente das PzGrenBtl 371. Im Rahmen der Neuaufstellung HEER2011 verbleibt das Bataillon mit Stab sowie 1. und 2. Kompanie in Marienberg am Standort des Patenverbandes PzGrenBtl 371, die 3. Kompanie liegt bei ihrem Patenverband PzGrenBtl 391 in Bad Salzungen, die 4. Kompanie bei PzGrenBtl 122 in Oberviechtach. Das Bataillon liegt somit in drei Bundesländern und im Verantwortungsbereich von zwei Brigaden.

Die Geschichte des Panzergrenadierbataillons 909
1. Juli 2008 Mit dem Inkrafttreten der personellen und materiellen Stärke- und Ausrüstungsnachweise des Stabes sowie der einzelnen Kompanien erfolgt der personelle Aufbau des Panzergrenadierbataillons (PzGrenBtl) 909 als Ergänzungstruppenteil Typ 2 (Heer). Zugleich markierte dieser Zeitpunkt auch den offiziellen Beginn der Aufstellung. Als „Couleurtruppenteil“ war dem PzGrenBtl 909 bereits das PzGrenBtl 371 in Marienberg zugeordnet wurden.
1. Oktober 2008 Mit der Beorderung von Oberstleutnant d. Res. Malte Klowski erhält das PzGrenBtl 909 seinen ersten Kommandeur.
Januar 2009 Durchführung einer Kurzwehrübung mit dem Führungs-, Funktions- und Fachpersonal (Fü-, Fach- u. FktPers) in Marienberg.
6. März 2009 In Frankenberg erfolgt die offizielle Indienststellung des PzGrenBtls 909 durch den damaligen stellvertretenden Kommandeur der Panzergrenadierbrigade (PzGrenBrig) 37 „Freistaat Sachsen“, Oberst Michael Haller.
Juni 2009 Durchführung einer Kurzwehrübung mit dem Fü-, Fach- u. FktPers auf dem Truppenübungsplatz (TrÜbPl) in Lehnin.
November 2009 Durchführung einer Kurzwehrübung mit dem Fü-, Fach u. FktPers auf dem TrÜbPl in Lehnin.
Januar 2010 Durchführung der ersten sicherheitspolitischen Veranstaltung in Berlin.
Februar 2010 Durchführung einer Kurzwehrübung mit dem Fü-, Fach- u. FktPers auf dem TrÜbPl in Lehnin.
18. März 2010 Das PzGrenBtl 909 erhält seine Truppenfahne durch den damaligen Kommandeur der 13. Panzergrenadierdivision, Generalmajor Reinhard Kammerer.
April 2010 Durchführung einer Kurzwehrübung mit dem Fü-, Fach- und FktPers auf dem TrÜbPl in Lehnin.
Mai/Juni 2010 Erste Truppenwehrübung Form A auf dem TrÜbPl in Lehnin.
4. Juni 2010 Während des Abschlussappells auf dem TrÜbPl in Lehnin übernimmt Oberstleutnant d. Res. Nicolai Beckmann das Kommando über das PzGrenBtl 909 von Oberstleutnant d. Res. Malte Klowski.
August 2010 Militärhistorische Offiziers- und Unteroffiziersweiterbildung an der Offizierschule des Heeres (OSH) in Dresden sowie im Raum Freiberg. Thema der Weiterbildung war die „Schlacht bei Freiberg“ (29. Oktober 1762).
Dezember 2010 Durchführung der zweiten sicherheitspolitischen Veranstaltung in Berlin.
Januar 2011 Durchführung einer Kurzwehrübung mit dem Fü-, Fach- u. FktPers auf dem TrÜbPl in Lehnin.
April 2011 Durchführung einer Kurzwehrübung mit dem Fü-, Fach- u. FktPers auf dem TrÜbPl in Lehnin.
Juli 2011 Durchführung einer Kurzreservedienstleistung (KurzRDL) mit dem Fü-, Fach- u. FktPers auf dem TrÜbPl in Lehnin.
August 2011 Zweite Truppenwehrübung Form A auf dem TrÜbPl in Lehnin.
November 2011 Durchführung der dritten sicherheitspolitischen Veranstaltung in Berlin.
Februar 2012 Durchführung einer KurzRDL mit dem Fü-, Fach- u. FktPers in Marienberg.
März 2012 Das PzGrenBtl 909 nimmt mit einer Abordnung am Übergabeappell für den stellvertretenden Brigadekommandeur in Frankenberg teil.
Mai 2012 Durchführung einer KurzRDL mit dem Fü-, Fach- u. FktPers in Marienberg.
September 2012 Durchführung einer KurzRDL mit dem Fü-, Fach- u. FktPers in Marienberg.
Oktober 2012 Zusammen mit dem Pionierbataillon 903 (Gera) und dem Aufklärungsbataillon 910 (Gotha) nimmt das PzGrenBtl 909 als Gefechtsverband an der Stabsrahmenübung „Eiserner Wettiner“ der PzGrenBrig 37 am Gefechtssimulationszentrum des Heeres in Wildflecken teil.
November 2012 Durchführung der vierten sicherheitspolitischen Veranstaltung in Berlin.
Januar 2013 Durchführung einer KurzRDL mit dem Fü-, Fach- u. FktPers in Marienberg.
April 2013 Durchführung einer KurzRDL mit dem Fü-, Fach- u. FktPers auf dem TrÜbPl in Lehnin.
Juni 2013 Durchführung einer KurzRDL mit dem Fü-, Fach- u. FktPers in Marienberg.
August/September 2013 Dritte Truppenwehrübung Form A in Marienberg.
2014 Im Zuge der Strukturreform HEER2011 erfolgen die Umgliederung sowie die Einnahme der neuen Soll-Org. Damit ist das PzGrenBtl 909 auf drei Bundesländer (Sachsen, Thüringen und Bayern) und zwei Brigaden (PzGrenBrig 37 und PzBrig 12) verteilt.
23. Juni 2014 Im Rahmen eines feierlichen Appells auf dem Marktplatz in Marienberg übernimmt Oberstleutnant d. Res. Winfried Weber den Befehl über das PzGrenBtl 909 von Oberstleutnant d. Res. Nicolai Beckmann.
September 2014 Durchführung einer Dienstlichen Veranstaltung beim Patenverband der 4./PzGrenBtl 909 in Oberviechtach (PzGrenBtl 122).
30. September 2014 Das PzGrenBtl 909 nimmt mit einer Abordnung am Appell anlässlich des Abschlusses der Umgliederung der PzGrenBrig 37 auf dem Schloss Augustusburg teil.
November 2014 Durchführung der fünften sicherheitspolitischen Veranstaltung in Leipzig.
Januar 2015 Durchführung der ersten KurzRDL an der OSH in Dresden zur taktischen Weiterbildung des Fü-, Fach- u. FktPers.
Februar 2015 Durchführung der zweiten KurzRDL an der OSH in Dresden zur taktischen Weiterbildung des Fü-, Fach- u. FktPers.
März 2015 Durchführung einer SIRA-Übung am SIRA-Stützpunkt Dresden.
Juli 2015 Durchführung einer KurzRDL beim Patenverband der 4./PzGrenBtl 909 in Oberviechtach (PzGrenBtl 122).
September 2015 Durchführung einer KurzRDL beim Patenverband der 3./PzGrenBtl 909 in Bad Salzungen (PzGrenBtl 391).
Oktober 2015 Durchführung einer KurzRDL in Frankenberg.
November 2015 Durchführung der sechsten sicherheitspolitischen Veranstaltung in Leipzig.
Dezember 2015 Nutzerausbildung Führungsinformationssystem Heer in Frankenberg.
Januar 2016 Durchführung einer KurzRDL zur taktischen Weiterbildung des Fü- und FktPers in Frankenberg sowie an der OSH in Dresden zur Vorbereitung auf die Brigadeübung „Stolzer Wettiner“.
Februar 2016 Durchführung einer TrÜb Form C im Rahmen der Teilnahme an der Brigadeübung Stolzer Wettiner 2016 als eigenständiges Manöverelement Gefechtsverband MechInfBtl 909

 

Stellenbesetzungsliste

Die aktuelle Stellenbesetzungsliste finden Sie im Forum/ Mitglieder.

 

Berichte

Koblenz/Rheinland-Pfalz, 22.08.2017.
Bereits zum zweiten Mal hat Oberstleutnant d. R. Winfried Weber, Kommandeur des nichtaktiven Panzergrenadierbataillons 909, seinen militärischen Führungskräften ermöglicht, am Zentrum Innere Führung in Koblenz ein Training mit dem Titel „Herausforderungen an die Menschenführung“ zu absolvieren. Schwerpunkte des jüngst durchgeführten Moduls II waren die Themen Konfliktmanagement und Teambuilding.

Gemeinsam mit den Aktiven am Zentrum Innere Führung stellte Oberstleutnant Weber ein Programm zusammen, das die Teilnehmer nicht nur militärisch fortbilden, sondern auch Wissen vermitteln sollte, das in vielen Lebensbereichen anwendbar ist. Weber, seit mehr als 20 Jahren in der Privatwirtschaft leitend tätig, kennt die Anforderungen in der modernen Arbeitswelt: „Daher liegt mir viel daran, den Reservisten Kernkompetenzen zu vermitteln, die ihnen beim Reservedienst und im zivilen Arbeitsalltag helfen.“

Exkurs in die militärische Geschichte von Koblenz

Abb. 1

Oberstleutnant a. D. Joachim Schmidt (r.) erklärt den Aufbau der preußischen Festung Ehrenbreitstein (Quelle: Bundeswehr/Lucia Hadzegova)

Zunächst stand der Besuch des 200 Jahre alten preußischen Festungsbaus Ehrenbreitstein auf dem Programm. Oberstleutnant a. D. Joachim Schmidt führte die Marienberger Reservisten durch die Festung. Die auch Felssporn genannte Anhöhe am Zusammenfluss von Rhein und Mosel war schon während der Bronzezeit strategisch bedeutsam.

In beinahe ungebrochener Kontinuität entstanden dort ausgeklügelte Verteidigungsanlagen. Schmidt zeichnete für die Zuhörer ein lebendiges Bild vom Soldatenalltag. Während der zweiten Exkursion zum Thema „Die Garnison von den Römern bis zur Bundeswehr“ tauchten die Lehrgangsteilnehmer in die Geschichte von Koblenz ein – eine Stadt, die einst aus einem römischen Kastell entstand.

Ehrliches Feedback zur Inneren Führung

Abb 2

Soldaten des Panzergrenadierbataillons 909 erfahren, wie sie ihre Fähigkeiten in der Menschenführung optimieren können (Quelle: Bundeswehr/Lucia Hadzegova)

 Seit über 60 Jahren ist der Auftrag des Zentrums Innere Führung, Angehörigen der Bundeswehr das Konzept der Inneren Führung zu vermitteln und deren Fähigkeiten in der Menschenführung zu optimieren. Der eng mit diesem Konzept verbundene Gedanke des Staatsbürgers in Uniform besagt, dass nicht blinder Gehorsam, sondern die Fähigkeit zum aufgeklärten und selbständigen Denken, basierend auf der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, die Soldaten der Bundeswehr auszeichnen solle. Dass dieser Grundgedanke am Zentrum gepflegt wird, zeigt die dort praktizierte offene Gesprächs- und Diskussionskultur, deren Zeuge die 909er wurden. Ehrliches Feedback war gewünscht – Unterschiede im Dienstgrad spielten keine Rolle.

So berichtete Hörsaalleiter Oberstleutnant d. R. Joachim Meier im Zuge des obligatorischen Warm-up erfrischend offen von Konfliktsituationen, die er während seiner militärischen Karriere, aber auch im Privatleben zu meistern hatte. Vor seinem Ausscheiden aus der Bundeswehr war Meier am Zentrum tätig gewesen und konnte somit aus erster Hand vom Wandel berichten, den der Führungsstil innerhalb der Bundeswehr in den vergangenen Jahrzehnten erfahren hat.

Abb 3

Oberstleutnant d. R. Joachim Meier erklärt, wie sich Konfliktsituationen bewältigen lassen (Quelle: Bundeswehr/Lucia Hadzegova)

 Sein Ausbildungsziel für die 909er: Er wolle sie dafür sensibilisieren, Konflikte frühzeitig zu erkennen und mit ihnen konstruktiv umzugehen. „In einer Konfliktsituation ist es zunächst wichtig, aus der Emotionalität herauszukommen“, so Meier. Beim emotionsgeladenen Aufeinanderprallen unterschiedlicher Interessen müssten die Konfliktparteien so schnell wie möglich auf die Sachebene zurückkehren.

Zugleich warnte er aber auch vor übertriebener Harmoniesucht, Konfliktscheue und Schönfärberei. Ziel dürfe es nicht sein, zu „streicheln, bis die Haare ausfallen“. Da aber der Dienst bei der Bundeswehr durchaus Spaß machen solle, müssten kraftzehrende Zustände von Zwietracht und Missgunst schnell beendet werden. „Schwelende Konflikte sind besonders schädlich. In solchen Situationen kann das sprichwörtliche reinigende Gewitter eine heilsame Wirkung entfalten, wenn sich so die lang angestauten negativen Energien zwischen den Beteiligten endlich entladen“, sagte Meier.

Teamgeist fördern – Vertrauen stärken

Abb 4

Ein Spiel aus der Erlebnispädagogik soll das gegenseitige Vertrauen stärken (Quelle: Bundeswehr/Lucia Hadzegova)

 Der nächste Tag stand ganz im Zeichen von Teambuilding und Konfliktmanagement. Auf einen theoretischen Teil folgte eine praktische Übung. Diese Ausbildung sei eine Kur gegen das Kellermeistersyndrom, das sich in Aussagen ausdrücke wie „Ich bin der Meister, um mich herum alles nur Flaschen“, so Lehrstabsoffizier Oberstleutnant Stephan Scherer. Überall dort, wo Menschen interagieren, komme es zum Aufeinanderprallen widerstreitender Auffassungen, Interessen und Zielsetzungen. „Wer an exponierter Stelle steht, ist auch gelegentlich unsachlicher Kritik ausgesetzt“, betonte Scherer.

Kurz darauf folgten zwei Spiele aus der Erlebnispädagogik, die bei den Beteiligten das gegenseitige Vertrauen stärken und die Fähigkeit zum präzisen Führen schulen sollten. Zunächst konfrontierte Scherer die Panzergrenadiere mit einem Geschicklichkeitsspiel. Mit verbundenen Augen sollten sie nacheinander faustgroße Kegel von einer wackeligen Tischplatte entfernen, wobei die blind Agierenden von ihren Kameraden verbal geführt wurden. Bei der kleinsten falschen Bewegung drohte die Tischplatte zu kippen. Diese Aufgabe konnte nur mit Fingerspitzengefühl und in enger Zusammenarbeit mit klar formulierten Anweisungen gemeistert werden.

Abb 5

Mit einem Geschicklichkeitsspiel trainieren die Soldaten ihre Kooperationsfähigkeit (Quelle: Bundeswehr/Lucia Hadzegova)

Das zweite Geschicklichkeitsspiel zielte auf die Schulung der Kooperationsfähigkeit ab. Dabei galt es, gemeinsam eine oder zwei Metallkugeln durch ein Labyrinth zu navigieren. In der abschließenden Manöverkritik bescheinigte Scherer den 909ern einen hervorragenden Teamgeist.

 Abb 6

Das Team von Oberstleutnant Winfried Weber (vorn 3. v. r.) mit dem Lehrgangsleiter, Oberstleutnant Joachim Meier (vorn 1. v. l.)   (Quelle: Bundeswehr/Lucia Hadzegova)

Mehrwert für das Berufsleben

Hauptfeldwebel Hans-Dieter Peters, Reservist beim Panzergrenadierbataillon 909, freute sich, dass die vom Zentrum ausgestellte Teilnahmebescheinigung einen konkreten Mehrwert für die berufliche Karriere im Zivilleben eines jeden Reservisten haben kann. Das Zeugnis werde sein Arbeitgeber als Qualifizierung beziehungsweise Fortbildung anerkennen, ist sich Peters sicher.


 

Dr. Philip Wegehaupt